Chronik der Tischtennisabteilung

Um die sportlichen Aktivitäten in Hofheim nach Kriegsende wieder anzuregen, lud die damalige Besatzungsmacht USA die Bürger zu einer Versammlung ins Gasthaus „Zum Löwen“, der heutigen Volksbank Bergstraße ein. Dabei ging es vorrangig um das Tischtennisspiel. Die Initiative zur Gründung ging, um nur einige zu nennen, von Erwin Haas, Reinhard Klimanietz, Heinz Klingler und Ludwig Schmelig aus. Nach den ersten Spielabenden erfolgte die Anmeldung des „Tischtennisverein Hofheim“ bei der Gemeindeverwaltung. Eine TT-Platte, Schläger und Bälle wurden zur Verfügung gestellt. Der Verein hatte rund 15 Mitglieder und wurde von Erwin Haas geleitet. An geordnete und organisierte Verbandsspiele war zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu denken, aber man traf sich aus Spaß an der Freude regelmäßig zum TT-Spiel.

In den Jahren 1947/48 wurde die Eisenbahnbrücke über den Rhein nach Worms gebaut. Die in Hofheim stationierten Bauarbeiter zeigten viel Interesse am Tischtennis und waren in den Übungsstunden gern gesehene Gäste. Da nur eine TT-Platte vorhanden war, blieb die Spielzeit für jeden einzelnen begrenzt. Die Trainingsgäste fertigten in Eigenbau eine TT-Platte. An zwei TT-Platten bestand nun die Möglichkeit, Freundschaftsspiele und später Verbandsspiele auszutragen. Gegner waren Mannschaften aus dem Kreis Bergstraße. Spielort war zunächst der Saal im Gasthaus „Zum Löwen“. Später wechselte man in die „Zur Krone“ und anschließend „Zum Kaiserhof“. Mit nunmehr 3 TT-Platten ausgestattet, beteiligte sich die Abteilung mit mehreren Mannschaften an den Verbandsrunden. Mit annähernd 50 Spielern waren auch Schüler- und Jugendmannschaften aktiv am Spielbetrieb beteiligt. Die Fahrten zu den Auswärtsbegegnungen wurden überwiegend mit dem Fahrrad durchgeführt. Noch heute erinnern sich die Spieler aus dieser Zeit noch gerne an diese Touren, von denen es zahlreiche Anekdoten zu erzählen gibt. Als Fazit für diesen Abschnitt darf festgehalten werden, dass zwischen 1951 und 1956 ein wahrer TT-Boom in Hofheim herrschte.

Als Problem erwies sich Ende der 50er Jahre, dass einzelne Mannschaften bis weit in den Odenwald fahren mussten. Da für die weiten Fahrten mit sechser Mannschaften nur wenig Pkw`s zur Verfügung standen, wechselte die Abteilung zum Rheinhessischen Tischtennisverband. Dort kamen die Gegner aus dem Wormser Raum und es wurde in Mannschaften mit vier Spielern gespielt. Um hier mitspielen zu können, schloss man sich dem WSW Worms an. Zu diesem Zeitpunkt wechselte die Abteilung ihr Spiellokal vom Kaiserhof zum Wehrzollhaus. Bessere Bedingungen erhielten die Spieler erst nach Fertigstellung der Schulturnhalle im Jahre 1964. Nunmehr konnte an 6 TT-Platten gespielt werden. Durch intensive Jugendarbeit wuchs die Abteilung auf ca. 60 Spieler an. Aus wirtschaftlichen Gründen erfolgte der Wechsel vom Wassersportverein zum Eisenbahnersportverein in Worms. Entscheidende neue Impulse für die Weiterentwicklung ergab der Saal im Bürgerhaus 1968, eine weitere Trainingsstätte für das Hofheimer Tischtennis. Jetzt konnten die Übungsstunden an 6 TT-Platten durchgeführt werden. Nach vielen Jahren übergab Bruno Blaschek die Abteilungsleitung an Winfried Seip. Jahrelange Förderung der Schüler und Jugend brachte zahlreiche Talente hervor. Jugendleiter Willi Schmelig führte den Hofheimer Nachwuchs zu etlichen Erfolgen. Mehrmals stellte der Verein die Kreis- und Landesmeister im Schüler- und Jugendbereich. Der Landesverband „RTTV“ wurde viele Jahre bei den Südwestdeutschen Meisterschaften vom TV Hofheim vertreten. Die junge Garde vollzogen einen kompletten Generationswechsel und übernahmen das spielerische Kommando. Die erste Mannschaft schaffte den Sprung bis in die Rheinhessische Landesliga.

1974 kehrte die Abteilung in den Hessischen Tischtennisverband zurück. Die erste Mannschaft wurde in die Gruppenliga eingestuft, die der Rheinhessischen Landesliga entsprach. Nach 15 Jahren übergab Winfried Seip 1978 die gut geführte Abteilung mit 5 Herren-, 2 Jugend – und einer Schülermannschaft an Norbert Kaiser. 1983 übernahm Kurt Lamely die Abteilung. Da nur noch eine Jugendmannschaft vorhanden war wurde der Nachwuchsförderung wieder ein größerer Stellenwert eingeräumt und drei Jahre später waren außer den drei Herrenteams wieder drei Jugend- und zwei Schülermannschaften aktiv. Selbst eine Damenmannschaft spielte ein Jahr in der Verbandsrunde mit. 1986 organisierte Kurt Lamely aus Anlass des 40jährigen Jubiläums in Hofheim ein Tischtennis-Bundesligaspiel, zwischen ATSV Saarbrücken und dem TTC Altena. Bekannte Spieler, wie Weltmeister Jan Ove Waldner, Wilfried Lieck oder Peter Engel zeigten vor 600 (!) Zuschauern ihr Können in der Hofheimer Sporthalle.

Die Jugendarbeit im Vordergrund war das große Ziel, als Hermann Molzberger 1990 die Abteilung übernahm. Mit vier Übungsleitern im Jugendbereich war die Abteilung optimal besetzt. Aus den vielen Talenten entwickelten sich besonders Marc-Andre Müller (heutiger Spieler der ersten Herrenmannschaft), der 1993 deutscher Schülermeister mit dem TTC Groß-Rohrheim wurde und jahrelang dort in der Oberliga spielte. Nach 3 Jahren stellte Hermann Molzberger sein Amt zur Verfügung.

Seit Juni 1993 hat Winfried Seip das Amt des Abteilungsleiters wieder übernommen. Am Spielbetrieb nahmen drei Herren-, eine Jugend- und zwei Schülermannschaften teil. Von den ca. 25 Jugendlichen ragte Matthias Kaiser heraus, der sich als Schüler für die Hessische Rangliste qualifizierte. Nach dem Wechsel zum TTC Groß Rohrheim spielte Matthias dort mehrere Jahre in der Oberliga.

Aufwärts ging es als Marc-Andre Müller 2002 vom TTC Groß Rohrheim zurück nach Hofheim kam. Dem sechsmaligen Aufstieg in Folge aus den Kreisklassen über die Bezirksklassen folgte die Rückkehr von Matthias Kaiser bis zur derzeitigen Hessenliga. International war der TVH im Intercup gegen Mannschaften von Heuseux (Belg.) und Marseilles / Miramas (Frankr.) vertreten. Erfolge kann die Mannschaft mit den Hessischen- und Deutschen Pokalsiegen 2002 (Kreisligen), 2004 (Bezirksligen), und 2007 (Landesligen) aufwarten. 2008 kam der Hessische Pokalsieg dazu. Bei den Nationalen Pokalmeisterschaften in Willstätt belegte der Titelverteidiger Rang 3. Der TV Hofheim ist mit diesen Erfolgen im Pokal die einzige Mannschaft in Deutschland die alle drei Kategorien gewonnen hat. Bis 2008 hat der Verein mit Stephan Kaiser als Zugpferd einen 17-jährigen Sportler im Hessenranking auf Platz 3 und in der Deutschen Rangliste auf Position 14. Das TVH-Eigengewächs trainiert vier mal pro Woche im Hessischen Leistungszentrum in Frankfurt. Bei den Wettkämpfen in der ersten Herrenmannschaft (Hessenliga) ist er Leistungsträger im Team. 2005 wurde Stephan mit der Hessischen Schülermannschaft Deutscher Pokalsieger. 2008 war Stephan mit der Jugendmannschaft des HTTV erneut Deutscher Pokalsieger.

Nach 2007 und 2008 verpasste der TVH jeweils mit dem dritten Platz den Aufstieg in die Oberliga. Der Wechsel von Stephan Kaiser zum Regionalligateam TV Leiselheim bedeutet ein Aderlass für die Mannschaft.

Für die Saison 2008/09 steht nach vielen Jahren des Erfolges mit dem Kampf gegen den Abstieg ein schweres Jahr in der Hessenliga bevor.

Sportliche Erfolge allein reichen nicht mehr in der heutigen Zeit um Interesse zu wecken. Mit Schnupperkursen und Spielrunden werden Einsteiger (6 – 10 Jahre) an den Sport herangeführt. Sehr wichtig ist dabei das Einbinden der Eltern zu Fahrten bei Wettkämpfen, Meisterschaften, Elternabende, Arbeitseinsätze, Grillfeste u.s.w. Auch die Einladung im aktuellen Sportstudio beim ZDF ist allen noch in bester Erinnerung. Unsere Jugendspieler werden regelmäßig im Übungsbetrieb eingesetzt, mit dem Ziel sie später als Jugendwart oder anderweitig in den Vorstand zu integrieren.

Die Abteilungsleitung betreibt seit einigen Jahren intensive Jugendarbeit mit Sportlehrern und Übungsleitern. Vorrangiges Ziel ist mit der Jugend sowohl Breiten- als auch Spitzensport in Hofheim anzubieten. Da Tischtennis für männliche und weibliche Jugendliche als Hallensportart bestens geeignet ist, wird auch die Integration von Emigrantenkindern immer mehr in Anspruch genommen. Einen großen Anteil am Zulauf von Jugendlichen hat insbesondere der Erfolg von Meisterschaften oder nationalen Titeln.